Ich hatte ja erwähnt, dass im Moment viel los ist und mein Kopf in nur wenigen Momente produktive Worte fließen lässt.

Nun habe ich etwas Zeit und versuche mal zu sortieren, was so los ist und welche Gefühle damit verbunden sind, vor denen ich mich im Moment verschließe, um nicht überwältigt zu werden.

Also erstens bekomme ich Anfang März eine weitere kleine Schwester und ich bin furchtbar aufgeregt. Ich weiß das zwar schon länger, aber jetzt, da es näher rückt, werde ich richtig nervös. Und ich freue mich sehr, habe aber Angst, auch für diesen Menschen keine gute Schwester zu sein und es einfach nicht schaffe, mit der Kleinen umzugehen ohne meine Krankheit auf sie zu projizieren.

Naja dann kommt jetzt meine Masterarbeit und ich freue mich sogar darauf, weil ich mit Oskar arbeiten kann, aber es wird Arbeit, sehr viel Arbeit und ich habe gerade erst meine letzte Hausarbeit angefangen, bei der ich auch eine Menge Pausen brauche. Und ich möchte einmal was in der normalen Zeit schaffen. Das wünsche ich mir sehr.

Im Moment dreht sich auch einfach noch viel um die Endometriose. Meine Beschwerden haben sich nur minimal reduziert und ich hab nicht das Gefühl, dass die Gestagen Tabletten irgenwie helfen. Das macht mir eine Menge Sorgen und in mir keimt erneut die Angst, niemals gesund zu sein. Dazu kommt, dass ich mit dieser Krankheit wohl nicht mehr meine Arbeit machen kann. Insgesamt habe ich mittlerweile ein Symptombild mit dem ich das Gefühl habe, nicht mehr als einen Tag am Stück überhaupt arbeiten zu können. Und das ist hart. Ich hasse mich und meinen Körper dafür, dass ich jeden Tag mit Übelkeit, Krämpfen, Magen und Darm Problemen, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Sorgen, Ängsten und Stimmungsschwankungen zu kämpfen habe.

Ich traue mich eigentlich im Moment nicht lange mit Personen am Stück was zu machen, weil ich mich als unberechenbar empfinde. Ich besuche eine Freundin für fünf Tage und ich bekomme schon richtig Panik, weil ich weiß, wie oft ich auf die Toilette muss oder spontan Dinge absagen muss, weil körperliche Probleme auftreten oder meine Stimmung sich plötzlich ändert. Ich möchte keine Last sein. Ich möchte ganz unverfänglich Spaß haben. Und ich weiß, dass sie Verständnis haben wird, aber ich habe keins. Ich habe es satt.

Ja und zu guter letzt haben mein Mann und ich nächste Woche einen Termin zum Kauf einer eigenen Wohnung. Und das schnürt mir die Kehle zu. Denn einerseits will ich Füssen nicht mehr verlassen und anderseits habe ich riesige finanzielle Ängste. Und Angst, dass er mich doch noch verlässt. Und diese Wohnung zu kaufen steht so extrem gegenüber meinen Ängsten, dass ich versuche im Moment gar keine Gefühle zuzulassen. Denn ohne Therapie kann ich gerade nicht anders. Ich warte, und warte, dass mein Antrag endlich fertig wird.

Ich fühle mich, als würde ich auf dem Rücken liegen, festgekeilt an Füßen und Händen. Ich starre in die Zukunft und habe das Gefühl, dass sie mir mit beiden Händen die Luft abschnürt.

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