Ich hatte vorgestern meine Bauchspiegelung und heute darf ich höchstwahrscheinlich das Krankenhaus verlassen.

Es war erfolgreich. Sie haben Endometrioseherde gefunden, hBsn diese entfernt und es war insgesamt ein kleiner und unkomplizierter Eingriff. Zumindest für die Ärzte. Für mich war es eine Achterbahn der Gefühle.

Vor dem Eingriff ging es mir sehr schlecht. Ich hatte das Gefühl die Kontrolle zu verlieren und habe dann meine Emotionen wieder über Essen reguliert. Ich hatte Suizidgedanken, weil ich die Sorgen nicht mehr ausgehalten habe. Leider können für andere unkomplizierte Dinge bei Personen mit Angststörungen das absolute Gefühlschaos auslösen. Ich bin dann aber überraschend still in die OP gegangen und mein Mann war bis dahin bei mir. Nach der OP war ich noch völlig neben der Spur, erleichtert, dass es vorbei war und aufgeregt, da Gewebe entfernt wurde und das für mich bedeutete, ich habe mir meine Symptome nicht eingebildet. Ich lag mit meinem Gefühl richtig. Das war am ersten Tag, gestern habe ich mir schon wieder überlegt, ob der Eingriff es wert war, ob meine Belastung im Verhältnis dazu stand und ob meine Beschwerden jetzt überhaupt verschwinden. Denn bei Endometriose muss das Vorhandensein von Gewebe nicht mit dem Ausmaß der Beschwerden zusammenhängen. Und schon geht der Sorgennebel wieder los und versucht mich zu ersticken. Sorgen, über meinen Bauch, über meine sportliche Aktivität, Gewicht, Zukunft und vor allem über die Medikamente, die ich bekommen soll, um zu verhindern, dass sich Endometriose wieder bildet. Denn diese sollen wieder für depressive Verstimmung sorgen. Und ich bin es leid, immer nur gegen die Auswirkung eines Medikaments zu kämpfen.

Aber mal abwarten, das sagen zumindest alle um mich herum. Auch wenn ich das Warten und das Kranksein wirklich satt habe, versuche ich das jetzt mal. Nebenbei kann man nämlich eine Menge gute Sachen machen. Zum Beispiel seinen Masterabschluss fertig backen und mit Oskar schmusen.

Und auch wenn ich langsam gehe, ich gehe vorwärts.

3 Kommentare zu „Wer langsam geht, geht vorwärst.

  1. Guten Morgen und natürlich gute Besserung! 🙂

    Ich verstehe überdies sehr, was du damit meinst, von wegen: schon vermeintlich unkomplizierte Dinge könnten emotional riesige Wellen schlagen- Aber es ist ganz gut, sowas mindestens ab und an auch einfach *nicht* zu rechtfertigen… Selbst mit Gefühlschaos ist man schließlich liebenswert und wertvoll- Und zwar absolut! 😇

    Bis ganz bald! VVN

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  2. Da hast du recht, oft habe ich das Gefühl es alles genau erklären zu müssen, damit jemand Verständnis dafür hat. Aber eigentlich ist es ganz einfach und mit ein bisschen Mitgefühl braucht man nicht jedes Detail zu wissen!

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