Diese Woche hatte ich oft im Hinterkopf: Die lachen sicherlich über mich oder finden mich unverschämt. Diese Woche war ich in einem sehr schönen Hotel im Bayrischen Wald. Und weil ich aus Umweltschutz- und Gesundheitsgründen auf vegane Ernährung umgestellt habe, war mir vieles sehr unangenehm. Ich hatte dem Hotel zwar vorher geschrieben und es hieß, dass das kein Problem sei und sie Produkte für mich bereitstellen würden, aber ich musste bei jedem Frühstück nach der Soja Milch fragen, bei jedem Mittagssnack nach einer herzhaften und süßen Alternative und bei dem Abendmenüs habe ich nach meinen extra veganen Vorspeisen fragen müssen.

Ich mag es nicht nachzufragen. Ich komme mir dabei blöd vor und nervig. Und teilweise unverschämt, weil ich offensichtlich die Einzige war, die vegan gespeist hat. Und auch wenn einige Bedienungen im Laufe der Woche Bescheid wussten und mir sogar bestätigt wurde, dass die Küche bei weniger Betrieb gerne mal Neues ausprobiert, habe ich mich die ganze Woche nicht gut gefühlt damit.

Das letztes Mal im Hotel habe ich nichts gesagt und sogar Speck gegessen, weil es mir zu unangenehm war, nach was anderem zu fragen.

So geht es mir häufig, das ist nur ein Beispiel dafür, wie soziale Unsicherheit meinen Alltag erschwert. Vor meinen Therapien habe ich immer alles stehen und liegen lassen für andere, habe gekuscht und nie dem Mund aufgemacht. Immer mit der Angst im Kopf, vielleicht mag der andere mich dann nicht, lacht mich aus, redet schlecht über mich.

Ich habe von zu Hause gelernt, dass meine eigene Meinung und Forderungen was Schlechtes in Beziehungen sind. Dass das maßgeblich zur Verschlechterung der Beziehung beiträgt und ich daran Schuld bin. Und auch wenn ich mit dem Personal im Hotel keine Beziehungen habe, spielen meine Schuld und Schamgefuhle immer mit.

Ganz stark äußert sich das natürlich in meiner Partnerschaft und Freundschaften. Zu sagen, dass mir etwas in der Beziehung nicht passt, ist für mich in vielen Fällen noch unvorstellbar.

Was, wenn er mich dann verlässt? Was, wenn sie mich dann hassen?

Mit dieser Angst bin ich dann so stark konfrontiert, dass ich lieber den Mund halte, meinen Unmut runterschlucke und es in mich reinfresse. Gelegentlich ist aber so belastend, dass es die Angst überwiegt und dann spreche ich es doch an. Mit Freunden funktioniert es eigentlich mittlerweile super. Wenn ich das mit meinem Partner mache gibt es Streit, oder ich bekomme keine Antwort. Das fühlt sich dann jedes Mal wie ein kleiner Beziehungsabbruch an und das ist grässlich.

Ich arbeite sehr viel an diesen Ängsten und an der partnerschaftlichen Kommunikation, aber oft gelingt es mir halt nicht. Da bin ich dann wie Oskar, der alles tut damit ich nicht mehr böse auf ihn bin, immer nach der Beziehung sucht, indem er mich anstarrt und mit dem Schwanz wedelt. Er ist dann sehr angespannt und so bin ich auch.

Lieber Selbstzerstörung als Beziehungsabbruch. Hoffe, dass das nicht mehr lang mein Motto ist.

2 Kommentare zu „Beziehungabbruch

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