In den letzten Wochen hatte ich immer wieder Begegnungen, die mich mehr als nur ein paar Minuten aufgehalten haben. Und auch wenn mir das durchaus die Kraft geraubt hat, so fand ich es spannend und angenehm. Nicht immer schaffe ich den Absprung vom Gespträch und so verliere ich auch viel Zeit, aber ich darf vor allem eine Menge über Oskar reden. Er verwickelt mich durch sein Benehmen, seiner Kuschelbedürftigkeit und seiner typischen Verfressenheit immer wieder in besondere Gespräche. Ich hatte schon immer das gefühl, dass die Menschen sich mir gerne anvertrauen, doch mit Oskar ist es nochmal etwas ganz anderes. Die Menschen offenbaren sich noch viel mehr. Und diese Unterhaltungen über Oskar und das Innerste der anderen beruhigen mich und geben mir das Gefühl mehr ein Teil dieser Welt zu sein. Ein Mensch zu sein, der nicht unsichtbar ist, im Licht geht und nicht allein ist.

Und mir wird immer wieder klar, wie wichtig es war, diesen Hund in mein Leben zu holen. Die Frau mit der Naturheilpraxis schenkte mir selbstgemachten Löwenzahnsirup und -aufstrich, weil sie es so schön fand, wie ich mich um Oskar kümmere. Da ist mir das Herz aufgegangen. Eine andere Dame erzählte mir, dass er gut zu mir passt und was ganz Besonderes ausstraht. Zwei aus meinem Haus setzte sich kurzerhand mit ihm in den Flur, um ihn zu streicheln und man konnte dabei zusehen, wie sie das entspannte.

Wenn ich mit meinem Mann auf dem Bett liege und wir gemeinsam mit Oskar schmusen, empfinde ich eine ganz andere Art von Verbundenheit. Durch meine spezielle Beziehung zu diesem Hund entdecke ich neue Dinge bei anderen Menschen und bei mir.

Gestern habe ich es sogar auf eine kleine Party von meinem Uni-Haus geschafft, weil Oskar mich begleitet hat. Ich bin mit niemanden besonders gut befreundet und hätte mich sonst gar nicht getraut. Aber mit Oskar habe ich fast zwei Stunden ausgehalten. Nicht nur weil ich ihn streicheln konnte, wenn ich nervös war, sondern auch wegen all der lächelnden Menschen, die sich ihr Grinsen aufgrund seines Verhaltens nicht verkneifen konnten.

So oft fühle ich mich isoliert und abgetrennt von allen anderen, selbst wenn ich mich mit ihnen in einem Raum befinden.

Aber mit Oskar an meiner Seite bin ich den Menschen um mich herum ganz nah.

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