Ich bin in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um halb vier aufgewacht und habe überlegt einfach liegen zu bleiben. Aber für mein Vorhaben habe ich den Donnerstag von morgens bis abends komplett durchgeplant gehabt. Ich wollte mir mal was Gutes tun. Zum Frühstücksbuffet auf den Falkenstein. Davor den Sonnenaufgang von der Burgruine auf dem Berg aus genießen.

Also stehe ich auf, quäle mich aus der kuscheligen Bettwäsche und überzeuge Oskar davon, dass wir jetzt etwas echt Cooles machen. Er steckt mich mit seiner Freude an und aufgeregt gehen wir beide los. Es ist kalt, windig und stockdunkel. Und es ist alles gut bis wir am Wald ankommen. Überall Geknacke, kleine Geräusche und man sieht kaum den Himmel durch die Bäume. Leute, ich habe mich noch nie im Dunkeln wohlgefühlt und die Angststörung macht es nicht leichter. Das Gedanken Karussell fängt an sich zu drehen und es wird schlimmer, je weiter wir uns von den Stadtgeräuschen entfernen. Es wird immer ruhiger und ich bin froh meine eigenen Schritte zu hören. Oskar ist leider auch keine große Hilfe, zuckt er doch selbst bei jedem Geräusch zusammen.

Und jeder rationale Gedanken wird davon geschubst von all denn verrückten Angstgedanken. Es klingt vielleicht lächerlich, aber ich schwitze wie verrückt, mir wird schlecht und schwindelig und mein Herz schlägt wie verrückt.

Und ich denke mir, dass ich das jetzt ausschalten muss. Aus psychologischer Sicht wird mein Körper sich daran gewöhnen und die Symptome müssen nachlassen. Aber da tun sie auch nach 2 Stunden nicht.

Ich komme endlich da an, wo man den Himmel wieder sehen kann. Mache mir direkt Sorgen, dass der trottelige Oskar aus versehen von dem kleinen Grat stürzt. Und doch schaffe ich es, in den Himmel zu schauen und mich an den klar leuchtenden Sternen zu erfreuen und einmal tief durchzuatmen. Die Angst wird weniger. Und steigt direkt wieder an, als wir in den Wald zurück gehen.

Und dann geht die Sonne auf. Ein kleines schwaches Leuchten am Horizont. Und ich bleiben stehen und atme das Licht ein. Mir wird leichter ums Herz und gehe weiter. Komme an der Burgruine und treffe einen Fotografen, der aus den gleichen Gründen gekommen ist. Oskar und ich setzen uns ins Gras und ich spüre, dass er auch merkt, wie schön es gerade ist. Wie wichtig es jetzt ist, dass Licht zu genießen. Denn auch er kommt zur Ruhe und legt sich auf meine Beine.

Im Anschluss setze ich mich mit ihm in das weiter unten gelegene Hotel und gönne mir das wohlverdiente Frühstück, von dem Oskar natürlich auch was bekommt.

Und so oft ist es doch in meinem Leben. Ich verspüre die Angst, ich kann es kaum aushalten und dann rettet mich ein Licht am Horizont. Jetzt mal ganz übertrieben beschrieben.

So sehr wir auch glauben, im Dunkeln gefangen zu sein, so sehr wir auch glauben, es nicht aushalten zu können, zu viel Angst zu haben, so sehr oder noch viel mehr werden wir belohnt, für das Durchhalten, für das „dem Ganzen eine Chance“ geben.

Solange wir das Licht suchen, solange wird es auf uns warten.

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