Same but different

Leider habe ich am Samstag keinen Beitrag schreiben können, weil ich dazu psychisch nicht dazu in der Lage war. Ich bin zu Hause und auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer. Mein altes Zimmer, die gleichen Menschen, derselbe Garten, die gleichen Läden. Es ist, als wäre ich wieder 16 Jahre alt. Doch es kommt anders, als ich zuvor gedacht hatte.

Meine Mutter hat 25 Kilo abgenommen und isst so wenig, dass ich gar nicht weiß, was ich dazu sagen soll. Meine Bruder hat seine Abientlassung, mein Vater wohnt woanders mit einer neuen Freundin, meine Schwester ist ein wahres Flensburger Mädchen geworden. Ich stehe dazwischen und schaue in alle Richtungen, mir wird schwindelig. Was passiert um mich herum? Was ist hier los?

Ich dachte auch, ich würde noch wütend sein auf meine Eltern, wegen kürzlichen Vorfällen. Aber da ist nichts. Wenn ich sehe, wie glücklich sie sind, wenn ich sehe wie meine Geschwister ihren Weg gehen, dann freue ich mich so richtig für sie.

Aber meine Freude zittert enorm. Ich verstehe nicht, was mit mir los ist. Wieso ist mir diese Situation mit allem um mich herum zu viel?

Mein Mann kam erst später am Abend, er war also keine Option, um sich ein wenig auszubalancieren. Ich wusste nicht mit mir umzugehen. Meine Versuche mich bisschen zurückzuziehen und klarzukommen haben nicht wirklich geklappt, da heute ein Tag voller familiärer Ereignisse und wenig Zeit für Rückzug war. Nach dem Essengehen zu Feier der Abitur Entlassung meines Bruders ging es mir so schlecht, dass mir erneut schwindelig und übel wurde. Zu viel los. Über die Ankunft meine Mannes konnte ich mich fast nicht freuen. Ich habe wieder viel zu viel nachgedacht. Habe mir sogar Sorgen gemacht, dass er gar keine Lust hatte mich zu besuchen. Alles nur, weil mich diese vielen neue Veränderungen so ins Wanken gebracht haben.

Neue Situation bedeutet für mich oft eine Menge Unsicherheit und wenig Kontrollierbarkeit. Früher habe ich dann auch mal angefangen, zu weinen oder bin in eine stark depressive Stimmung verfallen. Mir fällt es dann nicht leicht, zu entscheiden, was mir jetzt gerade gut tut. Das ist auch heute noch so. Aber ich mache mir gerne bewusst, dass auch ich mich verändert habe. Und vor allem noch verändern werde, zum Guten. Ich werde bald anders mit solche. Situationen umgehen und ich werde Reisen und Familienbesuche besser packen. Ich werde mir weniger Sorgen um meine Ernährung haben, meinen Mann sorgloser Autofahren lassen, Sorgen zu meinen Freunden und meiner Familie besser bewältigen. Meine Familie wird noch ganz andere Veränderungen machen, und auch meine Freunde, und ja auch das gehört dazu. Gerade jetzt habe ich die große Herausforderung, dass sich alle um mich herum verändern, gehen oder dazu kommen. Ich versuche diese anzunehmen, ich werde mir genug Zeit dafür geben und versuchen, Rückschläge gelassener zu nehmen.

Denn ich bin zwar oft immer noch dieselbe, aber irgendwie auch anders.

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