Halbe Gläser, kleine Cocktails

Mit meinem letzten Artikel möchte ich diese Woche nicht beenden und mit diesem Gefühl schon gar nicht. Es ist Freitagabend und ich möchte positiver ins Wochenende starten als die Woche bisher war…

Also fange ich ganz einfach an, und auch wenn ich diese Woche keine bewussten Genusssituationen hatte, suche ich mir Momente, die über 50 Prozent gut waren. Es müssen nämlich nicht immer 100 Prozent sein, auch wenn ich mich oft sorge, dass weniger als 100 Prozent nicht gut genug sind und deswegen auch gar nicht nennenswert. Aber wir sollten wirklich öfter uns Situationen angucken, die zu 60 Prozent schön waren oder nur 51 Prozent. Aber am Ende des Tages reicht das vielleicht, um das Grübeln zu verkürzen, die Sorgen etwas zu minimieren und besser einzuschlafen.

Wie komme ich auf so eine Idee mit Prozenten? Am Montag dieser Woche erzählte ich einer Freundin von meinem für mich insgesamt viel zu stressigem Ausflug am See. Ich sagte zu ihr, dass jede Situation zu Hälfte einfach nur unangenehm und belastend an diesem Tag war. Sie sagte mir dann, dass das ja aber heißen würde, dass die anderen 50 Prozent schön waren. Ich war nicht ganz zufrieden mit dieser Aussage und bis heute habe ich auch nicht nochmal drüber nachgedacht. Es geht also ganz klassisch darum, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Da mein Glas diese Woche weder halb leer noch voll, sondern gar nicht vorhanden war, war ich diese Woche recht durstig, was wirklich gute, wohltuende Momente anging.

Doch heute ist Freitag und ich habe ein paar Dinge gefunden, die ein bisschen wie kleine erfrischende Cocktails (alkoholfrei natürlich ;)) in einer sonst sehr grauen Woche waren. Angefangen am Montag nach dem eher depressiv verstimmten Gespräch mit meiner Freundin. Bevor ich ging und sie mir wieder ewig zugehört hatte, hatte sie mir sogar noch ein paar ihrer Kräuter zum Tee zubereiten abgezupft und diese paar Teeaufgüsse haben mich durch den Montag gebracht. Am Mittwoch war der absolut schlimmste Tag, mit viel Scham, Schuld und Sorgen. Abends war dann ein Spinningtraining bei meiner liebsten Trainerin und die Musik und ihr Grinsen, welches durchgehend auf ihrem Gesicht zu sehen war, haben mir mein Herz erwärmt. Weinend kam ich jedoch zurück auf mein Zimmer. Geplagt von Hass auf mich selbst. Aber mein Mann wartete schon auf mich und fing mich und meine Tränen auf. Am Donnerstag schaffte ich eine Kletterroute ohne Pause zu machen, was mir bis dahin noch nie gelang und heute morgen habe ich mit meiner besten Freundin geskyped und es gab wieder Tränen, aber vor Lachen. Und jetzt gerade sitze ich frisch geduscht in meinem neuen Leinenkleid und kann einen positiven Blogeintrag schreiben und das macht mich fast glücklich.

Manchmal braucht man weder ein volles noch halb leeres Glas, manchmal braucht man einen halben Pina Colada und ein Sonnenschirmchen.

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