Katzen, Marzipan und Sonnenuntergänge

Die Überschrift klingt möglicherweise etwas verwirrend. Aber diese drei Dinge haben eine kleine Gemeinsamkeit: alle drei gehörten heute zu meinen Genussmomenten. Ich habe meine kleinen Genussfiguren nicht immer in der Hosentasche. Gedanklich schaffe ich es jedoch auch, sie von der rechten in die linke Tasche zu packen. Ich habe ein paar schwierige Tage gehabt. Konnte nicht zu einer Veranstaltung mit meinen Kommilitonen und Professoren gehen, weil es mir furchtbar Angst gemacht hat. Meine Sporteinheiten waren entweder ärmlich oder gar nicht erst vorhanden. Und das mit dem Essen ist natürlich immer so eine Sache, vermag mir aber in den letzten Tagen noch mehr als sonst die Laune zu vermiesen. Insgesamt ist meine Laune deutlich unter dem Nullpunkt.

Gestern hat der Tag genauso schlecht begonnen, wie alle anderen: viel zu spät aufgewacht, unglaublich angestrengt aufgestanden. Habe versucht, mich mit Milchreis zum Frühstück aufzumuntern (für diese ungesunde Mahlzeit hätte ich mich gleich wieder ohrfeigen können…). Das hat natürlich nur mäßig bis gar nicht funktioniert. Ich fühlte mich zudem ziemlich nutzlos, da mein Mann wie ein Putzteufel anfing zu saugen, die Fenster zu putzen und irgendwas mit den Pflanzen anstellte und ich irgendwie nichts mit mir anzufangen wusste. Dann zwang ich mich eine Waschmaschine anzuschmeißen und einen kleine Einkaufszettel zu scheiben. Unser Lieblingssupermarkt gleich um die Ecke hatte Neueröffnung und drauf freue ich mich schon seit einem Monat drauf. Vor unserem Wohngebäude treffe ich auf die schwarze Katze, die wie schon so oft zum Streicheln bereit, auf dem Balkongeländer saß. Ich schmuse unglaublich gerne mit Katzen und diese ist immer äußerst freundlich. Zu meiner Überraschung langte es ihr heute wohl nicht sitzen zu bleiben. Sie kletterte über meinen Arm auf meine Schulter und machte es sich dort bequem. Ich war tatsächlich ein wenig überfordert, freute ich dann aber wie ein kleines Kind und trug sie ein wenig mit mir herum und streichelte sie dabei weiter. Es waren ein paar Verrenkungen nötig, aber sie kam dann noch auf meinen Arm und kuschelte sich an mich. Ich bemerkte, wie ich innerlich ganz ruhig würde, ein entspanntes Lächeln auf den Lippen hatte und wie in Trance das Tier streichelte. Es schmerzte ein wenig, diesen Zustand zu verlassen und sie abzusetzen, aber der Einkauf lag noch vor mir. Gestärkt und beruhigt ging ich in den viel zu vollen Supermarkt, kaufte mit etwas Nervosität und Überforderung ein und konnte es dich kontrollieren.

Ein paar Stunden später mache ich mir wieder einen Kopf über meinen Sport, meine Essgewohnheiten und was sonst noch alles ansteht. Aber statt mich wieder reinzusteigern, denke ich an die Katze und nehme mir ein Stück Marzipan.

Ich sage: „Es ist okay.“

Und für ein paar Minuten fühlt es sich auch so an. Während die Sonne untergeht und meine Wände Gold anleuchtet, denke ich, dass es besser wird. Dass die Sorgen und Ängste kleiner werden. Dass das Leben kuschelig wie Katzen, süß wie Marzipan und strahlend wie ein Sonnenuntergang wird

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