Fünf Tage draußen

Vier Nächte in der Natur, drei Abenteuerlustige, (plus Hundeopi) zwei müde Füße, ein Gedanke: Danke Mutter Natur, danke für all deine Wunder. Wenn man kein Bett zum liegen bleiben hat, einem das Tarp über dem Kopf abgebaut wird, der Hund wie wild über einen drüber trampelt und man das fiese Gefühl hat, eine Spinne würde im Schlafsack stecken, dann fällt das Aufstehen viel leichter. Nicht zu vergessen, das ohrenbetäubende Konzert der Vögel morgens zwischen sechs und sieben Uhr. Letzte Woche hatte ich meinen ganz persönlichen Abenteuerwecker und habe ihn geliebt. Weniger habe ich die langen Tagesmärsche, die Katzenwäsche, gereizte Körperstellen und die Hundehaare in meinem Biwaksack geliebt. (Der superhaarige, dem Wetter entsprechend dreckige, Labrador meines Mannes durfte mit in meinem Biwaksack schlafen, damit er nicht friert…) Mein Körper hat unter dem Gewicht des Rucksacks geschmerzt, die Füße machten schlapp. Aber es tat gut, die Sorgen zu morgen oder gestern mal beiseite zu lassen und nur zu wandern, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Mit dem Sonnenuntergang einzuschlafen und dem Sonnenaufgang aufzustehen. Mich um meine Ausrüstung zu kümmern. Den Hund beisammen zu halten. Die schlechten Gedanken kamen, aber sie gingen auch wieder, ich ging weiter und sie blieben zurück. Abends zu müde zum Grübeln, morgens zu beschäftigt. Ich würde es immer wieder machen und länger. Ich war still und ruhig in mir. Manchmal hatte ich das Bedürfnis mich zu unterhalten, oft aber lief ich mit wachsamen Augen hinter meinen drei männlichen Begleitern hinterher und bestaunte jede noch so unglaubliche grüne Buche, jeden Klee und jedes Gewächs. Ich sog die frische Luft nach einem Regentag in mir auf und fühlte mich frei. Dank meinem produktiven Körper und der schönen einfachen Dinge um mich herum. Jeder Baum auf meinem Weg strahlte sie viel Kraft und Wille zu wachsen aus. Ich nahm es mit auf meinem Weg durch den Wald. Es kann so heilend sein, das zu tun wofür wir gemacht sind, sich zu bewegen. Dort zu sein, wo wir hingehören: in die Natur. 

 

Jetzt, auf meinem Sofa, hallt dieses Gefühl nur noch leicht nach. Die Gedanken darüber, wie viel ich noch sauber machen muss, wie schlecht ich gegessen habe, wie wenig Kraftsport ich gemacht habe, dass unsere letzte Wanderetappe zu kurz war, um heute keinen Sport zu machen, sind wieder da. Welcome home, old friends.

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